Freies Lehren und Lernen auf Augenhöhe

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Unter "Freiem Lehren und Lernen" verstehe ich, wenn Menschen, die lernen und die, die lehren, sich gegenseitig als freie Menschen, d. h. mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen und Lehren wie Lernen auf Freiwilligkeit basiert, nicht auf Zwang.

Das ist etwas, was ich bisher nur sehr selten angetroffen habe. Warum? Nun, dazu gehört von beiden Seiten die Bereitschaft, eigenverantwortlich zu handeln und zu sehen, dass Lernen am Effektivsten und mit der größtmöglichen Freude wie dem größtmöglichen Gewinn geschieht, wenn es freiwillig, nicht unter Zwang geschieht und Geben und Nehmen ausgeglichen sind.

In Bezug auf Ersteres, der Freiwilligkeit, heißt das, dass der Lehrer den Schüler nicht versucht, anzuregen, zu verleiten oder sonst wie zum Lernen zu verführen oder zu motivieren, sondern auf die natürliche Neugier und Lernfreude vertraut, die Menschen eigen ist. Er steht gewissermaßen, soweit er das möchte, als Lehrperson zur Verfügung. Ebenso üben weder die Schüler noch die Schule Druck auf den Lehrer aus, sondern vertrauen seiner natürlichen Freude am Lehren bzw. respektieren ein "Nein".

In Bezug auf Zweitens heißt das, dass der, der offensichtlich etwas nimmt, auch derjenige ist, der den Preis bezahlt, den das Angebotene kostet. Der Preis kann in Form von Geld bezahlt werden, aber ebenso in Form anderer Gegenleistungen. Bei Kindern wird der Preis stellvertretend von den Eltern bezahlt. Wenn kein angemessener Ausgleich besteht, leidet die Beziehung der Parteien auf Dauer darunter. Sie hinkt fühlbar.

Dass echte Augenhöhe so selten ist, liegt daran, dass es die Offenheit braucht zu sehen, dass es weder Jemand größeres/besseres noch Jemand kleineres/schlechteres gibt, auch niemanden, der geben kann oder etwas braucht, da es kein Ich gibt, sondern nur bedingungslose Liebe, die so tut als gäbe es ein Ich ("erwachter", bewusster Umgang).

Wesentlich beim Lehren und Lernen auf Augenhöhe ist, dass nicht gute Laune und Glücklichsein im Vordergrund stehen (obwohl das ein natürlicher Effekt davon ist) sondern die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Dazu gehören auch die alltäglichen Kämpfe, Enttäuschungen, Frustrationen und Fehlschläge.

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P. S.: Es gibt erste Ansätze, das freie Lernen und Lehren in die Praxis umzusetzen, in Summerhill (England), an den Sudbury-Valley-Schulen (insgesamt ca. 30 Schulen auf vier Kontinenten, demokratisch geführt von Schülern und erwachsenen Mitarbeitern). Die erste in Deutschland ist die von Nena gegründete Neue Schule in Hamburg. Letztere habe ich kürzlich besucht und es war eine sehr lebendige und schöne Erfahrung, die Kinder, Lehrer ebenso wie Nena kennenzulernen.

Zugleich fiel mir auf, dass mehr Wert darauf gelegt wird, dass sich die Kinder frei fühlen (etwas, was aus dem Buch von Daniel Greenberg ("Endlich frei") über das Leben und Lernen an der Sudbury-Valley-Schule ebenfalls hervorgeht) als dass es auch den erwachsenen Mitarbeitern in diesem Punkt gut geht.

Kurz: Mir schien das Thema Geben und Nehmen keineswegs ausgeglichen und ich fragte mich mal wieder, weshalb Aufopferung für Erwachsene als so selbstverständlich angesehen wird - etwas, was mir häufig auffiel, wenn es um die Umsetzung sozialer Projekte geht. (siehe Co-Abhängigkeit bzw. Helfersyndrom).

(aus: Wie geht Liebe denn nun wirklich? von Gabriele Rudolph)

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