Was regiert dich - die Liebe oder die Angst?

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Existenzangst bzw. die Angst vor dem Tod ist, nach meiner Erfahrung, die letzte Art der Angst, die stirbt.

Was meine ich damit?

Nach dem ersten Sehen im Jahre 2004 begannen bei mir verschiedene Auflösungsprozesse.

Ich stellte mich - nach und nach - meinen tiefsten Ängsten: die vor dem existentiellen Alleinsein, der totalen Boden- und Machtlosigkeit und zuletzt der existentiellsten: der Todesangst.

Denn nach dem Erwachen funktioniert der grundlegende Antrieb des Ichs, das Überleben, nicht mehr so wie vorher. Ein Ich tut gewöhnlich Dinge aus der Angst heraus, was geschieht, wenn es diese nicht tut. Das Handeln geschieht also nicht aus Freude, sondern aus Angst oder Sehnsucht, d. h. aus einem Gefühl des Mangels heraus.

Es ist deshalb sehr stressig, jemand zu sein. Die meisten merken das nur nicht, weil sie es nicht anders gewohnt sind. Das ist auch der Grund, warum Alkohol, Nikotin, Drogen, Gewalt, Konsum, Zerstreuung etc. sich so großer Beliebtheit erfreuen.

Denn ein Leben ohne Liebe und Selbstachtung ist nur so halbwegs erträglich.

Wenn du aber erkennst, dass Das, was du bist, niemals bedroht werden kann und da niemand ist, der fürs Überleben verantwortlich ist, ja, dass Es tut, nicht du, kann die ganze Anspannung abfallen und die Aufmerksamkeit kehrt - ganz natürlich - nach Hause zurück - in den tiefsten Frieden, den du dir vorstellen kannst.

Das ist unbeschreiblich schön, einfach und klar.

Nun verläuft das Nach-Hause-Kommen hin und wieder sanft und reibungslos, häufig aber auch sehr heftig, da das, was die Illusion der Trennung verursacht hat - ein oder mehrere Traumata  - noch einmal mit aller Gewalt hochkommen kann.

Damit einher gehen Ängste, der Trennungsschmerz, extreme Unruhe, Getriebensein etc. All das muss noch einmal erfahren, gefühlt und gehalten werden - aus der Stille - um zu heilen. Das ist nicht ohne und eine enorme Hereinforderung, damit - immer wieder - nach Hause zu gehen.

Ja, man könnte hier geradezu von einer Art Ich-Entzug sprechen.

Das klingt erst einmal nicht so verlockend, aber tatsächlich hat das große Schönheit. Nur wer seine tiefsten Ich-Traumata angesehen und verarbeitet hat, ist wirklich frei - frei von der Vergangenheit und damit von einer fiktiven, projizierten Zukunft, d.h. frei von Zeit, von einem kleinen, traumatisierten Ich, das seine Themen ständig re-inszenieren muss, und damit von Süchten, chronischen Krankheiten (Magen-Darm- und Hautbeschwerden, Rheuma, Schlafstörungen etc.), Unruhe, Rastlosigkeit, Ängsten bis hin zu Panikanfällen, Depressionen, Schreckhaftigkeit, Stress etc.

Erst wenn also deine Haupttraumata ganz und gar durchschaut und aufgearbeitet sind, bist du bereit und auch wirklich frei, ganz neu zu lernen, mit der Welt, so wie sie eben tickt, zu interagieren. Denn erst jetzt geht nicht mehr soviel Energie in den Schutz und die Aufrechterhaltung eines Ichs, das ums Überleben kämpft.

Danach hat deine Interaktion mit der Welt eine ganz neue, freiere und wahrhaftigerere Qualität. Denn sie geschieht nicht mehr aus Angst.

Ihr Antrieb ist jetzt Liebe - zu dir selbst und allem um dich herum - und simple Lebensfreude.

Das ist unglaublich schön, lebendig und zugleich - in einer Umwelt, die weiterhin eifrig all ihre Ängste, Wünsche und Hoffnungen auf dich projiziert - nicht ohne.

Denn: Handeln geschieht nun als eine Art Trapezakt. Einerseits spielst du in der Welt des Ichs mit, ja, du tust auch so als sei da ein Ich, zugleich bist du dir voll bewusst, dass keiner da ist, ja, dass alles, was geschieht, bedingungslose Liebe ist.

Das heißt, es geht jetzt nicht mehr vorwiegend ums Überleben. Im Gegenteil: Das Leben wird jetzt als Spiel wahrgenommen, in dem alles erscheinen kann und darf - auch Angst.

Und im Gegensatz zu früher wird sie nun - aus der Stille - liebevoll gehalten und durchschaut als Das, was sie ist: Bedingungslose Liebe in dieser Gestalt.

Das heißt, sie und alles, was erscheint, ist willkommen!

Ein solches Leben ist getragen von Vertrauen in und Hingabe an das Leben. Zum ersten Mal kann alles geschehen, nichts muss verhindert oder erreicht werden, ja, überhaupt nichts "muss". Man könnte sagen: Erst jetzt findet wirklich Leben statt - nicht Überleben.

Denn jetzt handelt die Liebe, nicht vorwiegend ein Ich.

Das ist ein großes Geschenk - für dich wie für andere - auch wenn letztere das - erfahrungsgemäß - nicht immer so sehen.

(aus dem E-Book "Wie geht Liebe denn nun wirklich?", von Gabriele Rudolph)

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