Was ist der Sinn von Beziehung bzw. der Sehnsucht danach?

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Der Sinn von Beziehung...

... wenn es denn einer gibt, liegt nicht zuallererst darin, dich oder mich glücklich oder ganz zu machen. Denn Das, was du bist und ich bin, ist bereits ganz.

Sie zeigt mir vielmehr, welche ungelösten Verstrickungen,
Traumata oder Situationen ich noch aus meiner Ursprungsfamilie mitbringe, in anderen Worten: Wo ich noch fest daran glaube, dass ich ein kleines Kind bin, das seine kindliche Bedürftigkeit, alte Wut etc. auf eine Mama, Papa oder Familie im Außen projiziert.

Ich merke das daran, dass ich nicht glücklich und zufrieden bin und fest daran glaube, dass es so etwas wie einen Mangel gibt, den nur ein Gegenüber durch seine Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit etc. beheben kann und wende alle meine erlernten Strategien an, um von ihm zu bekommen, was ich von ihm möchte.

Dies führt ganz natürlich zu Frustration und lädt mich - immer wieder - ein, die Aufmerksamkeit zurück zu mir zu nehmen und zu erkennen, was ich tue, glaube, fühle, projiziere und, vor allem, was wirklich ist. Anders ausgedrückt: Jede Art von Begegnung, die mich unglücklich, ärgerlich, traurig oder eifersüchtig macht bzw. mich frustriert, zeigt mir, wo ich welche Erwartungen nach Außen projiziere auf jemanden oder etwas, der/das mir das, was ich suche, möchte oder brauche, nicht geben kann oder möchte.

Sie wirft mich gewissermaßen auf mich selbst, auf Das zurück, was ich wirklich bin. Denn das Glück, die Liebe, den Frieden, den du dort suchst, findest du niemals dauerhaft im Anderen – so schön es ist, in Harmonie mit einem oder mehreren Menschen zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Alles, was du in einer Beziehung suchst, ist bereits – du selbst bist Es.

Es ist Das, was liest, diesen Text zu erfassen sucht und zugleich zutiefst still ist. Und Es kann nicht vor allem durch die Liebe, Zuwendung oder Bestätigung eines anderen gefunden werden, sondern indem du deine eigene Fähigkeit optimierst, dich selbst zu lieben bzw. zu entdecken, dass Alles, was ist – genau so wie Es erscheint – bereits Das ist, was du suchst.

In anderen Worten: Alles ist der/die Geliebte - in Verkleidung.

Nun erscheint es aber oft dennoch so als sei das nicht der Fall. Und es wäre absolut nicht ehrlich, so zu tun als wäre es anders, oder?

Und das ist für mich das Erstaunliche daran: Dass wenn du total dazu stehst, dass da gerade Unzufriedenheit, Schmerz, Angst, tiefe Bedürftigkeit oder Eifersucht bzw. der Wunsch da ist, all das loszuwerden, dass das bereits ein Akt tiefer Selbstliebe ist. Wenn du also bereit und in der Lage bist, Das, was bei dir erscheint - genau so wie Es erscheint (!) - liebevoll und in gewisser Weise auch hilflos wahrzunehmen, nicht davor wegzurennen, es nicht einem anderen, Gott oder dem Leben in die Schuhe zu schieben, sondern total dazu zu stehen – einfach, weil du gar nicht anders kannst – ist das der unmittelbarste Ausdruck von Selbstliebe, den es gibt.

Fazit: Das Ziel einer Partner- oder Freundschaft, einer Arbeitsbeziehung oder einfach einer Begegnung ist nicht vor allem, dich glücklich zu machen und auch nicht geliebt zu werden, sondern zu entdecken, was bereits glücklich und im Frieden ist und das zu durchschauen, was dich davon trennt – ungelöste Traumata, Ängste, Glaubenssätze: um sie - anstatt sie im Außen immer wieder schmerzlich zu re-inszenieren - liebevoll und behutsam zu heilen.

Deshalb heißt Satsang bei mir Satt-Sang: weil er einlädt, dich Dem zuzuwenden, was bereits satt ist – bis du selbst siehst, dass du Das bist und schon immer warst. Dann brauchst du keinen Satsang, keine Therapie und keinen Partner mehr im Außen, um glücklich und im Frieden mit dir zu sein.

Dann bist du satt, so satt, dass du keinen Mann und keine Frau im Außen brauchst, der dich liebt bzw. niemanden, den du lieben, dem du helfen oder bemuttern/bevatern müsstest, um dich wertvoll, geliebt oder nah zu fühlen, Ängste, Einsamkeit oder Wut zu kompensieren, dich zu orientieren oder deinem Leben Sinn zu geben. Und solange das nicht der Fall ist, stehe einfach dazu und hole dir auch kompetente Hilfe, wenn sie vonnöten ist.

Auch das ist aufrichtige Selbstliebe - in Aktion.

(aus: "Wie geht Liebe wirklich?" von Gabriele Rudolph)

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Ausführlicher: Was hält dich davon ab, befriedigende Beziehungen zu führen?

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