Bist du gerade wach oder in Trance?

Wach sein heißt, so sehe ich es, 1. mir Dessen bewusst zu sein, was ich wirklich bin, 2. dessen, was gerade stattfindet in mir und um mich herum und aber auch 3. dessen, was ich als Kind beschlossen habe zu sein.

Was meine ich damit?

Jeder Mensch, den ich bisher kennengelernt habe, ist traumatisiert, d. h. er hat, irgendwann in seiner Kindheit beschlossen, sich von sich selbst abzutrennen.

Auch du!

Und wozu?

Um zu überleben und zu bekommen, was du brauchst.

Du zahltest aber einen hohen Preis dafür, denn du verlässt und verleugnest dich dabei. Dies ist mit großen Schmerzen und Gefühlen tiefster Einsamkeit und Leere verbunden.

Und da du damals nicht damit umzugehen wusstest, hast du dich von deinen Gefühlen, dem Überfordertsein und den unerträglichen Schmerzen abgetrennt und eine Überlebenstrance erzeugt.

Du hast z. B. die Trance des "gefälligen Kindes" erzeugt, um geliebt zu werden. Oder du hast in einem aggressiven Umfeld gelernt, ein nebeliges Ich zu erzeugen, das bei Gefahr ganz viel Stories oder Lustiges erzählt, um das Gegenüber zu verwirren, abzulenken oder einzuschläfern. Ich nenne das den "Nebelwerfer".

Oder du gehst in eine Furchttrance, um deinen Ärger nicht zu spüren, den auszudrücken dir verboten wurde. Das heißt, du malst dir schreckliche Szenerien in der Zukunft aus, und versetzt dich dadurch in Angst und Schrecken.

Oder du wirst zum großen Helfer, Problemlöser oder Guru, um endlich von deiner Umgebung gesehen und anerkannt zu werden.

Es gibt auch die sehr beliebte "Er/Sie liebt mich wirklich-Trance", die dich in einen sehr angenehmen, aber trügerischen Entspannungs- und Verliebtheitszustand versetzt etc.

Und nachdem du gemerkt hast, dass diese Trancen bewirken, was du möchtest - die Gefahr ist gebannt, du bekommst liebevolle Zuwendung, fühlst dich kurzfristig besser etc. - hast du ganz vergessen, warum du sie ursprünglich erzeugt hast, und hast sie auch angewandt, wenn sie gar nicht mehr dem entsprachen, was du gerade wirklich brauchtest und suchtest, ja, sie erzeugten - im Gegenteil - immer mehr Leid und Enttäuschung.

Denn sie holen dich aus dem Hier und Jetzt und erzeugen weiterhin scheinbare Trennung.

Kurz: Die Trancen haben sich verselbständigt und das kleine traumatisierte innere Kind übernahm das Ruder.

"Wie das?" magst du fragen.

Ganz einfach: Inzwischen fällst du bei den kleinsten Auslösern in eine Trance, die das innere Kind in dem Erwachsenen in dir auslöst - aus purem Unbewusstsein.

Das heißt, du identifizierst dich mit dem verletzten inneren Kind, machst dich total abhängig und siehst gar nicht, dass du bereits erwachsen bist und selbst für dich sorgen kannst.

Und du hast inzwischen vollkommen vergessen, was du in Wirklichkeit bist: Bedingungslose Liebe, unendlich weiter Raum, Stille - Nichts und Alles zugleich - und damit unverletzbar, ewig und von unbeschreiblicher Schönheit.

Kurz: Du bist eingeschlafen - in Trance gefallen.

Plumps!

Anders ausgedrückt: Du gibst vor, noch immer ein kleines, verlassenes Kind zu sein und wiederholst kontinuierlich die alten Erfahrungen von damals.

Du verlässt dich - wie damals. Du stellst dich dumm, versetzt dich in Angst und Schrecken, vermeidest es, dich, deinen Körper zu spüren (Missbrauchstrance), deine Wünsche und Bedürfnisse für wahr- und voll zunehmen, sie zu verwirklichen, zu dir zu stehen, ganz und gar du selbst zu sein.

Das kann sogar manchmal sehr angenehm scheinen, das es sehr trickreiche, scheinbare Überlegenheits- und Ich-weiß-wie-es-geht-Trancen gibt.

Wirkliches Glücklichsein, ganz natürlich da, wach und lebendig sein ist deshalb nur noch wenigen Augenblicken deines Lebens vorbehalten - gerade lange genug, um noch mehr schmerzliche Sehnsucht zu verspüren nach Dem, was du wirklich bist.

Aber das gibst du besser nicht zu, denn dann müsstest du ja zugeben, dass du die meiste Zeit deines Lebens nicht wirklich gelebt hast bzw. lebst.

Wenn nun Erwachen geschieht, ist das für kurze Zeit sehr angenehm - erweckend eben :).
Allerdings reicht ein einmaliges Erwachen nicht.

Alle Ich-Trancen - und gewöhnlich sind das viele - warten darauf, von dir ent-deckt und erlöst zu werden.

Ansonsten fällst du nach dem Erwachen nur wieder in eine neue Trance. Das Repertoire ist groß.

Denn: Erst, wenn du deine Trancen kennst, dafür Verantwortung übernimmst, dass du sie selbst erzeugt hast und immer wieder zulässt, sie ganz und gar durchschaust als Das, was sie wirklich sind, und liebevoll "entlädst" - immer und immer wieder - d. h. wenn du dich nicht mehr mit dem verletzten Kind in dir identifizierst, bist du frei.

Bis dahin schläfst du tief und fest und das verletzte innere Kind führt das Steuer.

Das ist der Leim, der Probleme zusammenhält!

Es ist die natürliche, nicht endende Freude am Ent-decken, dein tiefes Engagement für die Wahrheit und der Wunsch, echt - nicht nur erleuchtet, klug oder jemand Besonderes - zu sein, die alles Unechte zum Schmelzen bringen - nicht scheinbares Wissen.

Deshalb: Erst, wenn du dir all deiner Geschichten, Schmerzen, Traumata und Verletzungen - immer wieder - bewusst wirst, können sie - in Liebe - gehen. Bis dahin haben sie deine Aufmerksamkeit fest im Griff - ob du das möchtest oder nicht.

Erst dann bist du frei - von der Vergangenheit, von Angst, Schuld, Scham, Unruhe, der rastlosen Suche nach Liebe und Frieden im Außen, von unendlich vielen inneren wie äußeren Konflikten, von (Nikotin-, Alkohol-, Drogen-, Tabletten-, Liebes-, Sex-, Beschäftigungs-) Sucht und vielen chronischen, körperlichen Beschwerden, die Zeugen der inneren Spannungen sind.

Die natürliche Lebensfreude und die Energien, die bisher durch Überlebenstrancen gebunden waren, können dann frei fließen. Tiefer, echter, nicht künstlicher Friede, ist die Folge.

Und das ohne Medikamente!

Nun magst du fragen, wie das geht...

Mein Rezept dabei ist Hinsehen, am Besten mithilfe eines echten Profis, und erkennen, welche Überlebenstrancen du erschaffen hast, wo und wie du sie anwendest und zu lernen, wie man sich dehypnotisiert.

Oder - als echter Professional - Lernen, wie man Trancen aufspürt, welche es gibt, wie man sie auflöst und Menschen darin begleitet, sich selbst zu dehypnotisieren.

Das ist nicht nur ein unglaubliches Geschenk an dich selbst, sondern an alle Menschen, die mit dir in direkter oder indirekter Verbindung stehen - da ein Trauma sehr viel Leid erschafft - auch und vor allem für die Umwelt.

(aus: Das innere Kind und die Stille von Gabriele Rudolph)

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Ein Beispiel für diese Art von Innere-Kind-Trance und wie man
in der Freien-Inneren-Kind-Arbeit nach Gabriele Rudolph damit arbeitet
findest du hier.

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