Über "mich"?



Kurze Geschichte des Erwachens
Kurzbiographie 
Vorlieben und Abneigungen


DAS soll Erwachen sein? oder: Wenn nichts übrig bleibt...

"Ich" hatte schon viel vom Erwachen gehört und gelesen...
es schien mir etwas zu sein, das weit weg ist 
von dem Menschen, für den ich mich hielt,
mit all seinen scheinbaren Problemen und Erfolgen.
Das sollte sich als wahr und dennoch falsch herausstellen :-)

2004 geschah ein erstes Sehen.
Aber es war nicht wirklich klar.

Ängste stiegen auf und ich fragte mich
"Huch... DAS soll Erwachen sein?"
"Ich" hatte "mir" das anders vorgestellt :-)

Trotzdem baten "mich" Menschen,
Gespräche über Nichtdualität anzubieten - was dann auch geschah.
Zugleich war hier aber immer wieder die
Wahrnehmung, dass "etwas nicht stimmte".
Hier war Sprechen und eine Art
Intuition, dass da manchmal "jemand" im Satsang sprach,
jemand besonderes.

Ich las in vielen Büchern, 
sah unzählige Videos,
um für mich zu klären, was nicht klar war,
und ent-deckte zu meinem Erstaunen,
dass die meisten Bücher "meine" Fragen nicht klärten. 
Ich war ent-täuscht.


Dann stieß "ich" auf einen Satz
"Da ist niemand, der eine Wahl hat,"
klares Sehen geschah... und alle Fragen und Geschichten
verstummten... für einen Moment....
um brav und fleißig immer wieder aufzusteigen :-)

Allerdings hatten sie ab diesem Moment
nicht mehr so gute Chancen, kritiklos für wirklich gehalten zu werden :-)

Denn in dem Sehen, dass da niemand ist, der eine Wahl hat,
und dass alles bereits ist - genau jetzt -
werden Ich-Geschichten offensichtlich
als Das, was sie sind: Geschichten....
.. und als solche gesehen...
.. sinken sie wieder in sich zusammen.

Es hat hier natürlich weiter ge-icht....
d. h. Ichgeschichten stiegen weiter auf...
dadurch entstand wieder Spannung....
.. Angst, Ärger, Eifersucht.....
.. dies war dann die Einladung hinzusehen...
Man könnte sagen: Aufräumen geschah.
Klares Sehen verkörperte sich mehr und mehr.

So wurde wieder und wieder gesehen,
dass es nicht um "mich", jemanden besonderen oder etwas geht,
nicht darum, etwas loszuwerden,
zu bekommen oder zu erreichen,
scheinbar jemanden zu einem besseren Menschen zu machen,
in angenehme Zustände zu versetzen,
Wünsche loszulassen oder den Geist zu beruhigen. 

Denn da ist Niemand, der das könnte.
"Ich" kann gar nichts.
"Ich" ist die Hilflosigkeit selbst.
Denn "mich" gibt es gar nicht.

Was für eine Erleichterung!!!!!

Was für ein Glück, niemand/nichts...
und zugleich Alles zu sein..
.. auch Ichen, Getrennt- oder Unglücklichsein..
rat-, hilf-, machtlos, verletzlich zu sein...

Die Freiheit wurde ent-deckt,
die Freiheit, alles zu sein....

...und es wurde gesehen,
dass hier immer wieder große Freude aufstieg,
hinzusehen bis nichts mehr übrig blieb -
nichts als Das, was gerade ist, genau so wie es ist. 


Der Wunsch, einfach nur zu sein, oder: Biographie in Ich-Form

"Meine" Mutter liebte mich sehr und war oft voller Bewunderung für ihre, wie sie meinte, schöne und intelligente Tochter. Ich selbst habe meine Kindheit als anstrengend und beängstigend in Erinnerung. Ich gab mir große Mühe, alles richtig zu machen und dem Bild meiner Mutter von ihrer Tochter gerecht zu werden und von allen geliebt zu werden. Aber ich war oft sehr unglücklich, fühlte mich überfordert, schätzte es aber als ein Zeichen von Schwäche, ja als gefährlich ein, davon zu sprechen. Angesichts einer Mutter, die immer wieder stark depressive Schübe und mehrere Selbstmordversuche hinter sich hatte, und vielen alkoholsüchtigen (Stief)Vätern, hatte Es, das gabelt, die Rolle der Retterin angenommen zu haben, die alles zusammenhält und aufpasst, dass nichts mehr Schlimmes passiert. Angst war eine der stärksten Triebkräfte dieses Ichs: Angst, dass eine Katastrophe passiert, dass "ich" etwas falsch machen könnte, Angst vor Strafe, vor Versagen und Tod. 


Diese "Programmierung" blieb. Das Gabriele-Ich war sehr leistungs- und zielorientiert - darauf ausgerichtet, alles richtig zu machen, zu gefallen und Anerkennung zu bekommen. Parallel dazu wurde dieses Ich zugleich immer wieder als schwere Last empfunden. Die Sehnsucht danach, einfach nur ich selbst zu sein, war zeitweise ebenso stark wie der Wunsch bewundert und anerkannt zu werden. 

Nach dem erfolgreichen Besuch eines Wirtschaftsgymnasiums folgte das Studium der Kunstgeschichte in Frankfurt, Birmingham/GB, Tübingen, Perugia/Italien und Heidelberg - eine Zeit, in der ich mich mehr und mehr mir selbst - anstatt den Zielen und Wünschen meiner Familie - zuwandte. Schon vor und während des Studiums fand ich zu verschiedenen anonymen Selbsthilfegruppen, wo ich begann, von dem zu sprechen, was in mir stattfand und Mitgefühl zu empfinden mit diesem Ich, das sich so anstrengte, jemand besonderes, hilfreich und geliebt zu sein.

Ich fand - zu meinem eigenen Erstaunen - nach dem Studium sofort eine Tätigkeit als Assistentin des Geschäftsführers in einem Verlag. Währenddessen begann ich bereits eifrig, Zeitungsartikel über psychologische Themen, v. a. Sucht, zu schreiben. Ich war allerdings sehr unglücklich mit einem Chef, der cholerisch war und genau das tat, worauf das Gabriele-Ich programmiert war: er forderte Unmögliches. Aber irgendwie war da auch die Bereitschaft, nicht mehr alles für ein bisschen Anerkennung zu tun. Dies hatte die Kündigung zur Folge. 

Erleichtert folgte ich einem schon länger gehegten Wunsch: Ich ging nach Plum Village, einem buddhistischen Kloster in Südfrankreich unter der Leitung von Thich Nhat Hanh. 
Der Wunsch einfach nur zu sein, war sehr groß.. und ich suchte einen Ort, wo dies möglich war. Ich genoss die Zurückgezogenheit, die wunderschöne Landschaft und die Möglichkeit, einfach nur mit mir selbst und doch in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter zu sein. Aber.... ich wurde den Eindruck nicht los, dass das, was (scheinbar) ich dort lebte, auch nur wieder ein - wenn auch neues und scheinbar viel besseres - Ideal war. Statt der erfolgreichen, lieben Tochter, wollte ich nun eben die Verkörperung buddhistischer Achtsamkeit und Mitgefühl leben und bekam dort auch immer wieder viel Anerkennung dafür. Ich hatte allerdings noch etwas entdeckt in Plum Village: Ich hatte beobachtet, dass ich gerne Menschen begleitete und betreute und Menschen sich mir auch gerne anvertrauten. 

Über einen dreimonatigen Umweg in die Türkei, wo ich in einer Begegnungsstätte für interreligiösen Dialog tätig war, ging ich nach Deutschland zurück und begann eine Ausbildung in Humanistischer Psychotherapie sowie später in NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und Systemischem Coaching. Um die Ausbildungen zu finanzieren, war ich weiterhin als Sekretärin und hobbymäßig auch journalistisch tätig. 

Kurz nach der Ausbildung als Psychologische Beraterin, Heilpraktikerin in Psychotherapie und NLP-Lehrtrainerin sowie einem Jahr als (scheinbare) Tantralehrerin zog ich nach Hochdorf (bei Reichenbach), eröffnete dort eine eigene Praxis und gab QuantenNLP-Ausbildungen. Fast gleichzeitig lernte ich Vanessa Vanechten kennen, zu der es mich drei Jahre in Satsang zog und mit der ich bis  heute eng befreundet bin. 
Satsang war die Antwort auf so viele offene Fragen und Vanessa erschien mir wie die Verkörperung von etwas, von dem ich gar nicht geglaubt hatte, dass es das wirklich gab: Einfach nur sein. Da schien eine lebendige Frau zu sein, die einfach sie selbst war... und dabei Freude empfand! Nicht Leistung war im Vordergrund, nicht jemand oder etwas besonderes zu sein, sondern einfach das, was gerade ist, so wie es eben ist.... Alles, wovon ich bisher nur gehofft hatte, dass es das gibt, war da wirklich - in Fleisch und Blut. Das war anders als darüber zu lesen... vollkommen anders! Ich staunte, ja, war begeistert und nichts hätte mich die drei Jahre, die "ich" im Satsang verbrachte, davon abgehalten, zwei Mal die Woche dorthin zu gehen. 

Die Trennung von meinem damaligen Lebenspartner erschütterte - wie so oft in meinem Leben - viele Vorstellungen.... von Sicherheit, von einem Zuhause, davon, was sein und nicht sein sollte ... und so wurde - wieder einmal - gesehen, dass es nie mehr oder weniger als nichts und alles zugleich gibt und dass da niemand ist, der eine Wahl hat. 

So ging ich übergangsweise nach Berlin, wo ich mein neuerworbenes Junggesellinnendasein genoss, und - nachdem ich Chris kennen gelernt hatte, bezogen wir eine gemeinsame Wohnung in Hamburg, wo "ich" zur Zeit lebe.  

Aber das Wesentliche für "mich" an all dem ist: Das alles ist "nur" eine Geschichte. In Wirklichkeit ist nie etwas geschehen und es gibt niemanden namens Gabriele. Jetzt gerade.... ist da einfach nur Stille, die schreibt.

Sonstiges

Vorlieben/Interessen: Spielen (Der Wunsch nach Spiel und Austausch ist bei mir sehr ausgeprägt... manchmal wurde hier (bei mir) auch beobachtet, dass der Wunsch in so etwas wie spielen wollen überging... alles verschwand in diesem Wunsch... und manchmal eben auch die Wachsamkeit... dann hat scheinbar Gabriele sich schon mal die Nase angeschlagen... autsch!), eine Geschichte ansehen, bis niemand übrig bleibt; einfach nur sein, niemand/nichts sein; die Unsicherheit und totale Unkontrollierbarkeit des Lebens, den freien Fall; lebendige, offene und direkte Kommunikation. 

Abneigungen/Widerstände: Das Wort "müssen", Druck, Kampf, Vorwürfe oder "verstecktes Ichen" können hier Rückzug auslösen, der manchmal schneller erfolgt als die Eingebung innezuhalten und noch einmal nachzufragen. 

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Vieles über "mich" und zum Thema Nichtdualität 
findest du auch in den Texten und im Video.
Es gibt auch ein weitestgehend autobiographisches Manuskript.


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