Das Gefühl von sich selbst und anderen
getrennt zu sein

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Trennung ist eine Trance, die durch eine traumatische Situation entsteht. "Traumatisch" heißt, du fühltest dich irgendwann in deinem Leben, gewöhnlich als Kind, sehr stark bedroht, hilflos und überfordert, ja, vermutlich auch verwirrt, und hast den Entschluss gefasst, dich von den überwältigenden Gefühlen abzutrennen.

Häufig geschieht das, wenn dein familiäres Umfeld etwas von dir abverlangt, was dich eigentlich überfordert bzw. was so gar nicht deinen natürlichen Bedürfnissen entspricht. Da wir Menschen soziale Tiere sind und über ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit verfügen, überwindet sich das Kind und tut, soweit möglich, was von ihm erwartet wird - nimmt dabei aber ganz wesentliche eigene Bedürfnisse zurück.

Kurz: Es lernt zu "funktionieren". 

Die häufigsten Traumata bei Kindern entstehen bei ärztlichen Eingriffen bzw. bei dem Krankenhausaufenthalt eines Kindes, wenn wesentliche Bezugspersonen sterben bzw. aus seinem Leben gehen und bei körperlichem und emotionalem Missbrauch. Das Kind bekommt hier gewöhnlich nicht die Zuwendung, die die Ver- und Aufarbeitung einer solchen Situation erfordert. Es fühlt sich alleingelassen, hilflos ausgeliefert und versucht, Kontrolle über die Situation zu bekommen, indem es sich von den extrem starken Gefühlen (der Sehnsucht nach Zuwendung, dem tiefen Schmerz des Verlassenseins, Scham- und Schuldgefühlen etc.) abschneidet.

Man könnte sagen, das Kind klinkt sich aus, um die schmerzliche Gegenwart zu vermeiden, und bildet eine Identität, z. B. die des gefälligen, lieben oder unabhängigen Kindes, des Verführers, Helfers oder süßen Mädchens etc. Mit der Zeit vergißt es dann, dass die Trennung aus einer situativen Not entstanden ist und führt diese Überlebensstrategie weiter fort. Es wird gewissermaßen zu dieser Identität und vergißt sich selbst, d. h. es unterdrückt nun automatisch und auch im späteren Erwachsenen seine Bedürfnisse, obwohl das nicht mehr nötig ist.

Dies führt im weiteren Leben zu immer mehr Abspaltung, die wiederum unendlich viel Leid kreiert, da sich ein solcher Mensch seiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse kaum noch bewusst ist und sich zur Aufrechterhaltung dieser Identität im Kopf aufhalten muss. Denn um eine solche Trennung zu vollziehen, musst du dich auch von deinen Gefühlen bzw. von der unmittelbaren, ganz natürlichen Wahrnehmung des Körpers distanzieren. Dieser spannt sich dabei an, wodurch auch der Atem nicht mehr frei fließen kann.

Dies führt, neben den üblichen mitmenschlichen und psychischen Problemen (Angst, Scham- und Schuldgefühle, Rastlosigkeit, Unruhe, Gefühl des Getriebenseins, Depressionen etc.), gewöhnlich auch zu chronischen körperlichen Beschwerden (Erschöpfung, Verspannungen, Gelenk-, Hals-, Haut- und Magen-Darmbeschwerden, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Migräne, Tinnitus, Kontakt- und Sexualprobleme etc.) bzw. zu einer Suchtneigung (Co-Abhängigkeit, Liebes-, Ess-, Sex-, Arbeits-, Alkohol-, Nikotinsucht etc.).

Manche Menschen trennen sich nur von Teilen von sich ab (z. B. dem Gefühl der Bedürftigkeit, Zuneigung, der Wut, Traurigkeit, sexuellen Gefühlen etc.), manche empfinden sich komplett als "nicht anwesend" oder "unsichtbar". Letztere beamen sich gewissermaßen in Gedanken in den Himalaya oder in eine Art Nichts, um in intimen Momenten nicht da zu sein, da es diese als bedrohlich wahrnimmt. Sie können sich mit dir unterhalten, sie lächeln und nicken wie ein Automat, aber du spürst, sie sind nicht da. 

Sie produzieren auch erstaunliche Zukunftsphantasien, planen, sehen stundenlang fern, lieben es, sich zu beschäftigen, oder neigen zu Katstrophenvorstellungen. Hauptsache nicht da.

Du findest sie auch häufig in spirituellen und therapeutischen Kreisen: Sie meditieren, machen gerne Yoga oder kreieren esoterische, spirituelle, religiöse und politische Philosophien. Allerdings nutzen sie all das, um sich wegzubeamen, d. h. sich nicht zu spüren, nicht im Körper zu sein und die Trennung erneut zu verstärken.

Das hat mit echter Meditation nichts zu tun.

Denn: Ein Mensch, der frei und bereit ist, alle Gefühle, Bedürfnisse und Gedanken wahr- und für voll zunehmen und auch zu ihnen zu stehen, ist voll und ganz da und kann auch gut mal ohne Beschäftigung sein. Er braucht nicht ständig Ablenkung, tolle Träume und Philosophien. Er träumt auch mal, plant, soweit erforderlich, und verfolgt Ziele. All dies lenkt ihn aber nicht von der Selbst- und Körperwahrnehmung ab, die jederzeit präsent ist und seine Motivation ist nicht Angst oder die Vermeidung von Schmerz, sondern Freude, Interesse und Selbstliebe. Träume werden zudem durch einen Realitätscheck bzw. durch ein Feedback aus der Stille abgeglichen. Er verliert sich also nicht darin.

Denn: Wenn du bestimmte Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse abwehrst, kannst du beobachten, dass du dazu auch deinen Körper anspannen, verlassen, in den Kopf gehen und den Atem anhalten bzw. behindern musst. 

Das ist also mit einem enormen Kraft- bzw. Energieaufwand verbunden.

Ich kann deshalb bei meinen Klienten sofort sehen, ob gerade ein Trauma wirksam ist oder nicht. Ein traumatisierter Körper ist teilweise oder gänzlich wie ein Stöckchen oder Brett:  Angespannt, erstarrt, unlebendig. Und er bittet flehentlich um Zuwendung, die er gewöhnlich lange nicht bekommen hat.

Manche beamen sich auch anders weg: Sie reden unendlich viel, vernebeln sich und ihre Umgebung damit oder stellen sich tot. Auch das ist ein typisches Zeichen für die Wirksamkeit eines Traumas.

Sie sind von ihrem Körper, ihren Bedürfnissen und damit auch von ihrer Natürlichkeit abgetrennt, unlebendig und reagieren sehr stark schematisch.

Ich schreibe hier sehr sachlich davon. All das ist aber mit sehr viel Leid und Schmerz verbunden.

Deshalb: Kann ein Mensch sich davon befreien und wenn ja, wie?

Die gute Botschaft ist: Ganz klar, ja. Und: das ist im Grunde sogar - im Gegensatz zu einem weitverbreiteten Glauben - sehr einfach, wenn man die Natur eines Traumas erst einmal verstanden hat und weiß, was wann wie wo gebraucht wird. Da ich dazu schon sehr viel hier veröffentlicht habe (siehe "Endlich frei - Traumata als Tor zur Freiheit"), möchte ich das hier erst einmal außen vor lassen und nur darauf hinweisen, dass die übliche reine mentale bzw. rein körperliche Arbeit damit ebenso wenig genügt wie reiner Satsang, der sogar kontraindiziert ist wenn eine Reaktivierung vorliegt, wohingegen die Verbindung von Trauma-, Körper-, Innerer-Kind-Therapie mit Satsang (Dehypnose aus der Stille) ideal ist, da sie den Klienten genau da auffängt und hilft, wo und wie er es braucht und ihn vor seinen destruktiven Überlebensstrategien liebevoll schützt.

Wesentlich ist für mich hier zu erwähnen, dass Menschen, die den Weg einer Traumatherapie mit mir gegangen sind, vollkommen neue, freie und natürlichere Menschen. Abgesehen davon, dass die chronischen Beschwerden, Ängste, Scham- und Schuldgefühle, Depressionen etc. damit ebenfalls aufgelöst werden, setzt diese Arbeit enorme Energien, Lebensfreude und Liebe zu dir selbst frei.

Suchtneigungen lösen sich dadurch ebenfalls auf, da Sucht nur solange Sinn macht, wie sie die fast unerträglichen Symptome der Trennung zu überdecken sucht.

Ich finde, das Wort "Traumatherapie" klingt fürchterlich anstrengend und mühsam. Aber wenn der Klient Freude daran hat, die verletzten und verlassenen Anteile in sich ebenso kennenzulernen wie seine gesunden ist Traumatherapie etwas unglaublich schönes, leichtes - ein Liebesspiel mit dir selbst. Und es ist ein großes Vergnügen, dabei Hebamme zu spielen! :)

(aus: "Das innere Kind und die Stille" von Gabriele Rudolph, mehr dazu hier)

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