Entwarnung und Entladung:
Wie kannst du deinem Körper helfen bzw. ihn liebevoll unterstützen?

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Wie immer wieder im Rahmen meiner Arbeit betont, sind Traumata im emotionalen Gehirn eingekapselt und haben dadurch auf dessen körperlichen Einflussbereiche starke Auswirkungen.

Und sie werden durch bestimmte Schlüsselreize, sogenannte „Trigger“ spontan mobilisiert.

Was das genau heißt?

Das heißt, dass sobald etwas an die ursprüngliche Situation erinnert (ein Geruch, eine bestimmte Situation, Geste, Farbe, Gegenstand etc.) die ganzen Gefühle und Bilder, die zusammen mit dem Trauma abgespeichert wurden, wieder erscheinen und sich das Trauma re-inszeniert, um aufgearbeitet zu werden und sich auflösen zu können.

Nun ist meine Beobachtung, dass bei den meisten Menschen zwar eine kontinuierliche Re-Inszenierung stattfindet, aber wenig bis gar keine Aufarbeitung. Das bedeutet für den Körper immer wieder Stress – ohne, dass ein Ende in Sicht ist - und führt, früher oder später, zu Entzündungen (z. B. Gastritis), Schilddrüsen-, Nieren-, Gelenk- und Hautproblemen und – ganz zuletzt – zu Krebs, wenn man den Schlüssen der Neuen Medizin glauben darf.

In anderen Worten: Dein Körper fleht um Hilfe.

Und natürlich ist es schöner, wenn man sein Flehen frühzeitig erhört und nicht erst kurz vor 12, oder? Deshalb meine Einladung an dich, schon jetzt die Signale wahr- und für voll zu nehmen.

Nun magst du fragen, wie das geht.

Ganz einfach: Nimm deine Gefühle, deinen Atem, innere Spannungen, emotionale, nervöse und muskuläre Reaktionen auf bestimmte Gedanken, Gefühle und Situationen wahr.

Denn umso besser du die Reaktionen deines Körpers kennst, umso besser erkennst du die typischen Symptome eines aktivierten Traumas bzw. einer alten Überlebenstrance.

Woran du das merkst? Nun, ein entspannter Körper fühlt sich natürlich, lebendig und gut an.

Fängst du aber an, ihn anzuspannen, Aufregung, Unruhe oder sogar Übererregung wahrzunehmen, den Atem an- oder flach zu halten und damit die Gefühle abzuspalten, hat die traumatische Trance begonnen.

Man könnte auch sagen: Du trennst dich von deinem Körper, deinen Gefühlen und Bedürfnissen ab und gehst in den Kopf. Mit seiner Hilfe schaltest du ein künstliches Ich ein, um das Leben zu kontrollieren. Der Überlebenskampf beginnt und damit eine unnatürliche Anspannung.

Anregung und Wachstumsimpulse sind für einen gesunden Körpergeist wichtig, ja, ein bisschen wie Nahrung. Erregung bzw. Aufregung tritt auf, wenn etwas Wesentliches angeregt wurde. Übererregung hingegen ist ein Zeichen, dass das emotionale Gehirn Alarm gegeben hat.

Insofern ist es hilfreich, wenn du schon eine leichte Er- bzw. Aufregung bemerkst, damit du sofort innehalten und sanft gegensteuern kannst und es dadurch gar nicht erst zu einer Übererregung kommt. Denn wenn das Rad erst einmal in Bewegung geraten ist, ist es sehr viel aufwendiger und beschwerlicher, es wieder auf ein gesundes, für den Körper förderliches Maß zurückzubringen.

Und bei jedem Innehalten und Hinsehen bekommst du wesentliche Informationen über die in dir aktiven Traumata. Du wirst dich ihrer Symptome und typischen Merkmale immer bewusster und dadurch verlieren sie ihre Macht über dich.

Man könnte auch sagen: Du wirst wieder HerrIn im eigenen Haus.

Zu den nervösen Reaktionen zähle ich vor allem die Reaktionen des Magen-Darm-Trakts, der eng verbunden ist mit dem Emotionalen Gehirn, da in ihm die frühesteten schmerzhaften Erlebnisse fest gespeichert sind. Er scheint sich tatsächlich sehr genau an jede Misshandlung, die dir als Kind widerfahren ist (siehe auch den Text zum Thema „Ich muss, oder: Die Angst zu verhungern“ bzw. „zurück zum Flow“) zu erinnern.

Er ist zudem ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems und hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden des ganzen Körpers. Deshalb ist das Immunsystem bei einem aktiven Trauma oftmals stark beansprucht wenn nicht sogar beeinträchtigt. Die Folgen sind eine gehäufte Neigung zu Infektionen, Erkältungen und Entzündungen aller Art, zu denen auch die Neigung zu Rheuma zählt. Auch Erschöpfung oder Nervosität sind typische Symptome.

Um die muskulären Reaktionen zu verstehen, muss man wissen, wie ein Körper auf Gefahr reagiert: Er produziert Adrenalin und Cortisol – Hormone, die den Körper auf Flucht und Kampf vorbereiten sollen. Nun ist es aber so, dass wir Menschen gewöhnlich – wenn wir traumatisiert werden – häufig nicht kämpfen oder flüchten können, sondern erstarren. Das heißt, wir halten den Atem und spannen die Muskulatur an.

Wenn diese Erstarrung baldmöglichst wieder gelöst wird und Entwarnung erfolgt, ist das kein Problem. Aber wenn ein Mensch in dieser Erstarrung jahrelang verharrt bzw. immer wieder von Neuem erstarrt, hat das Folgen für den Körper: Gelenk- und Hautprobleme, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus etc. sind nur einige davon.

Der Grund liegt schlicht darin, dass das Adrenalin nicht abgebaut bzw. immer wieder ausgeschüttet wird. Häufig sind auch bestimmte Muskelpartien, z. B. In den Waden, an den Oberarmen oder im Nacken-Schulter-Bereich dauerangespannt und schmerzen deshalb, wenn man sie berührt bzw. auch einfach so und die Gelenke neigen zu Entzündungen.

Es ist auch nicht selten, dass es Körperteile gibt, die man kaum noch oder gar nicht mehr spürt bzw. Körperstellen, die taub sind.

Wenn ständig Alarmmeldungen vom Gehirn an den Körper gegeben werden, werden dabei auch die Nebennieren stark beansprucht. Auch hier kann es deshalb zu Schmerzen kommen. Und wie gesagt: Ein kontinuierlicher Überlebensmodus kann früher oder später zu Krebs oder anderen Autoimmunerkrankungen führen.

Deshalb ist das, was ich die Entwarnung nenne, ein wesentliches Thema in der Freien Traumatherapie: Der Körpergeist braucht klare, eindeutige Hin- und Beweise, dass die Gefahr vorüber ist. Bei einem bereits monate- oder jahrelang aufgepeitschten Körpergeistsystem braucht das eine gewisse Zeitspanne und liebevolle Selbstdisziplin, bis die Entwarnung wirklich ankommen kann.

Oft braucht es da klares Feedback von Außen, da sich der Glaube an Gefahr fest eingenistet hat.

Aber kommt die Botschaft an, beginnt der Körpergeist, sich zu entspannen und zu zittern, um die muskuläre Energie zu entladen. Das kann sich dann ein wenig wie Schüttelfrost anfühlen oder einfach wie Muskelzittern und ist ein gutes Zeichen.

Wenn er das nicht von selbst tut, kann man ihn dabei unterstützen, durch bestimmte Körper- und Atemübungen. Aber wesentlich ist, dass der Körpergeist Entwarnung bekommt und sich wieder sicher und geborgen fühlt. Dann beginnt er, sich selbst zu heilen.

Auch dies kann, wie bereits mehrfach beschrieben, durch verschiedene Maßnahmen liebevoll gefördert werden.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, warum mir der Hinweis, dass Traumata im emotionalen Gehirn gespeichert sind und ihre Auswirkungen im Körper zeigen, wichtig ist. Denn das bedeutet ganz schlicht, dass rein mentale Arbeit mit einem Trauma nicht nur weitestgehend wirkungslos ist, sondern sogar eine Re-Traumatisierung auslösen kann und deshalb nur zu empfehlen ist, wenn das Trauma im Körper bereits weitestgehend entladen ist bzw. wenn du dich in einem sehr entspannten, körperlichen Zustand befindest.

Und es bedeutet, dass Techniken, die den Körper von den unbeliebten Flashbacks und Gefühlszuständen entkoppeln z. B. Klopftechniken wie EFT, zwar kurzfristig Erleichterung verschaffen (die sehr angenehm und auch wichtig ist!), langfristig das Problem selbst aber nicht lösen.

Auch ist der Fakt, dass Traumata im emotionalen Gehirn gespeichert sind, enorm wichtig, da dies auch ein Grund ist, warum Satsangsprüche wie „Das ist nur eine Geschichte“ oder „Alles ist DAS“ nicht nur wenig hilfreich sind, wenn ein Trauma aktiv ist, und ein Satsang dieser abgehobenen Art die Aktivierung eines Traumas ebenso wie die Identifikation mit einem traumatisierten Ich sogar verstärken kann ebenso wie die damit zusammenhängenden Unzulänglichkeits- und Schamgefühle, Ängste und Panikattacken, da das traumatisierte Ich sich dadurch noch verlorener fühlt.

Der Grund dafür liegt vermutlich darin, dass sich viele Satsanganbieter mit ihren eigenen Traumata noch gar nicht auseinandergesetzt haben und sich deswegen gar nicht bewusst sind, dass sie mit derartigen Äußerungen unbewusst ihre eigenen Traumata abwehren, d. h. Sie befinden sich selbst noch in einer Inneren-Kind-Trance, die ich auch die Guru-, Helfer und Lehrertrance nenne.

Wenn hingegen bei einem Therapeuten Erwachen geschehen ist und sich dieses bereits tief verkörpern konnte indem auch die wesentlichsten Traumata durchschaut und körperlich entladen wurden, ist ein Satsang mit ihm ein Segen, da er dich sowohl in die Stille als auch behutsam und kompetent durch ein Trauma begleiten kann, ohne eine Re-Traumatisierung auszulösen.

Das Resultat ist nicht nur ein freierer, vollkommen neuer Mensch, sondern zum vielleicht ersten Mal bist du wirklich ganz und gar Mensch – und das ist aus meinem Munde das größte Kompliment, das ich dir machen kann.

 
(aus: “Das innere Kind und die Stille” von Gabriele Rudolph, mehr dazu hier)
 

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