Was hält dich davon ab, dich selbst und andere zu lieben bzw. befriedigende Beziehungen zu führen?

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Ja, was hält uns davon ab, zu lieben, da zu bleiben, wenn es schwierig wird, uns mit den Themen, die eine Beziehung in uns auslöst, auseinanderzusetzen? Was verursacht so viele Beziehungsschwierigkeiten? Und warum sehnen sich so viele nach einer funktionierenden Partnerschaft, finden aber keine oder bleiben immer in Beziehungen hängen, die unbefriedigend sind?

Aus jahrelangen Beobachtungen meiner selbst, meiner Klienten, Freunde und Seminarteilnehmer, schloss ich, dass die meisten dieser Probleme auf einen Trennungsschock in der frühen Kindheit zurückzuführen sind.

Was meine ich damit?

Ich spreche von dem Schock, den ein Kind erlebt, wenn seine Bedürfnisse nicht seinen natürlichen Erwartungen gemäß erfüllt werden in einer Zeit, in der es noch total abhängig ist von der Zuwendung der Mutter bzw. anderer Bezugspersonen.

Kannst du das nachvollziehen?

Du bist im Leib der Mutter und fühlst dich von Beginn an zutiefst eins mit, geliebt, geborgen, umhüllt von der Mutter, um dann festzustellen, dass sie ein eigenständiges Wesen ist mit eigenen Interessen und Bedürfnissen.

Plumps!

Das ist im Grunde wie wenn du von einem Moment in den anderen aus dem Paradies ins Nichts fällst.

Und offensichtlich haben wir Menschen eine Art eingebaute, tiefe Abneigung gegen das Nichts, gegen Chaos und Veränderung.

Wenn diese Entdeckung allerdings organisch, d. h. ganz natürlich mit den Unabhängigkeitsbestrebungen des Kindes zusammenfällt, stellt sie kein Problem dar.

Interessant, oder?

Aber gewöhnlich kann sich das Kind nicht von selbst, in seinem natürlichen Tempo, von der Mutter lösen, sondern es erlebt, dass sie sich schon viel früher von ihm abwendet, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Häufig geschieht das, weil die Mutter selbst als Kind vernachlässigt wurde. Sie versucht also ihren eigenen Hunger durch das Kind bzw. wenn das nicht geht, woanders zu stillen und lässt dafür dieses kleine, wundervolle Wesen im Stich.

Die Folgen sind im wahrsten Sinne des Wortes “traumatisch” und häufig auch lebenslänglich.

In anderen Worten: Wenn ein Kind in dieser frühen Phase nicht bekommt, was es von Natur aus braucht, erleidet es einen tiefen Schock, den es bewältigt, indem es sich von sich, d. h. den Gefühlen der Hilflosigkeit, Angst und des Schmerzes abtrennt, seine Bedürfnisse verleugnet und dadurch - oft für ein ganzes Leben - ein hungriges Kind auf der Suche nach dem tiefen Gefühl des Eins-, Versorgt- und Geliebtseins bleibt.

Ihm bleibt also gar nichts anderes übrig als das, was es nicht bekommen hat, später irgendwie nachzuholen.

Aber wie soll das gehen?

Denn da die meisten Menschen traumatisiert und damit hungrig sind, haben sie nicht die Kapazität, noch das echte Verlangen, für ihr Gegenüber da zu sein. Sie tun es gewöhnlich nur, um selbst etwas zu bekommen.

Und: Der Versuch, einen alten Mangel auszugleichen, lässt ihn die Menschen, die ihm begegnen, nicht so wahrnehmen, wie sie sind, sondern so wie er sie gerne hätte, d. h. er führt zu vollkommen unrealistischen Erwartungen, die zwangsläufig enttäuscht werden müssen, oder dazu, dass du mit mehr oder weniger manipulativen Methoden versuchst, zu bekommen, was du möchtest, aber auch das wird auf Dauer keine befriedigenden Ergebnisse erzielen.

Denn: Ein Bettler kann einem Bettler nichts geben. Und es zählt nicht nur das, was du bekommst, sondern auch wie du es bekommst, d. h. die Qualität, Liebe und Freude, mit der es dir gegeben wird.

So wird im Grunde - immer und immer wieder - dieselbe leidvolle und frustrierende Erfahrung gemacht, nämlich dass es die Mutter oder den Vater, die Familie etc., die ich im Außen suche, nie gab und auch nie geben wird.

Das ist absolut wesentlich!

Denn dieser unglaublich tiefe Verlust muss bewusst erkannt und betrauert werden, sonst ist der nächste Schritt nicht möglich.

Kannst du das nachvollziehen?

Wenn diese einschneidende Erkenntnis und das Betrauern nicht geschieht, wird das Trennungstrauma kontinuierlich weiter reinszeniert bzw. alles in dir wird versuchen, nie wieder diese Trennungserfahrung zu machen, ja eine Trennung mit allen Mitteln zu verhindern, um dich nie wieder so hilflos, verlassen, alleine, wertlos und ungeliebt zu fühlen wie damals als Kind.

Das heißt aber auch, du kannst einem anderen Menschen nie wirklich begegnen, sondern du bist vollkommen fixiert darauf, einerseits eine alte Erfahrung zu vermeiden und zugleich etwas direkt oder indirekt einzufordern, was du nicht dauerhaft und auf eine befriedigende Art und Weise von deinen Mitmenschen bekommen kannst.

Die frohe Botschaft ist allerdings, dass es durchaus möglich ist, dieses kontinuierliche Drama zu beenden!

Und wie soll das gehen?

Nun, wenn gänzlich und total- evtl auch mit professioneller Hilfe - gesehen wird, was abläuft bzw. was bisher abgelaufen ist und wenn du bereit bist, dich den in dir gespeicherten Traumata und den damit verdrängten Gefühlen liebevoll und behutsam zu stellen anstatt sie ständig von Neuem nach Außen zu projizieren und die Vergangenheit zu wiederholen.

Und wenn glasklar und eindeutig erkannt wird, dass du nie vom Ganzen getrennt warst, d. h. dass du nicht mehr dieses kleine, hungrige, verzweifelte Wesen bist.

Was bleibt, ist Das, was du wirklich bist und schon immer warst: Bedingungslose Liebe, Stille, unbeschreibliche Schönheit, Nichts und Alles zugleich.

Bis dahin gibst du allerdings vor, ein hungriges Kind auf der Suche nach dem Gefühl der ursprünglichen Verschmelzung zu sein - bereit, dich jederzeit und ohne Zögern für ein paar Brosamen an Zuwendung zu verkaufen oder auf manipulative Art darum zu kämpfen.

(aus: “Wie geht Liebe wirklich?” von Gabriele Rudolph)

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